Der Brennerbasistunnel ist nach mehr als zwei Jahrzehnten Planung und Bauzeit offiziell fertiggestellt worden. Bei einer Feier in Innsbruck und Bozen würdigten Vertreter aus Österreich, Italien und der Europäischen Union das Projekt als Meilenstein für den europäischen Schienenverkehr.
Der 64 Kilometer lange Tunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste bildet künftig eine neue Hauptachse für den alpenquerenden Bahnverkehr. Nach Angaben der Projektträger verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Innsbruck und Bozen auf rund 50 Minuten. Zugleich soll die Kapazität für Güterzüge deutlich steigen.
Verlagerung auf die Schiene
Von dem Tunnel wird vor allem eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene erwartet. Dadurch könnten jährlich Millionen Lastwagenfahrten auf der Brennerautobahn eingespart werden. Das Projekt ist Teil des europäischen TEN-T-Korridors „Skandinavien–Mittelmeer“ und soll die Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa leistungsfähiger und umweltfreundlicher machen.
Während der Bauzeit wurden nach Projektangaben mehr als 230 Kilometer Tunnelröhren und Stollen ausgebrochen. Zeitweise waren demnach mehr als 4000 Menschen direkt oder indirekt an dem Vorhaben beteiligt. Trotz geologischer Herausforderungen sei das Bauwerk nach umfangreichen Test- und Sicherheitsprüfungen erfolgreich abgeschlossen worden.
Regelbetrieb ab Dezember geplant
Bis zur regulären Inbetriebnahme sollen in den kommenden Monaten noch technische Abnahmen und Probefahrten erfolgen. Der Start des Personen- und Güterverkehrs ist für Dezember 2026 vorgesehen.
Mit der Fertigstellung beginnt nach Einschätzung der Beteiligten ein neues Kapitel im europäischen Bahnverkehr. Der Brennerbasistunnel zählt zu den bedeutendsten Verkehrsprojekten Europas.

